Sieben Tage auf dem Meer

Nach zwei Tagen auf der Hauptinsel Santa Cruz haben wir uns auf ein Schiff gewagt – besonders gewagt für Christine, die (noch) nicht ganz seefest ist. Unser Schiff „Reina Silvia“ ist benannt nach der schwedischen Königin und hatte sechs Kabinen mit je zwei Gästen. Mit uns an Bord waren zwei Amerikaner und viele Europäer, darunter ein Paar aus Deutschland und eines aus der Schweiz. Die Besatzung des Bootes bestand aus 1 Koch, 1 Hilfskoch, 1 Bartender, 1 Kapitän, 2 Matrosen, 1 Mechaniker und natürlich Fabian, unserem Reiseführer. Alle waren erstklassig und immer hilfsbereit.

Auf unserer einwöchigen Kreuzfahrt haben wir die östlichen Galapagos-Inseln kennengelernt und die folgenden Inseln angefahren: Española – Isla Lobos – St. Christobal – Santa Fe – South Plaza – Genovesa – Santiago – Bartholomew – Rabida – Chinese Hat

Jeder Tag war aufgeteilt in zwei Landgänge (über dry oder wet landing) sowie ein- oder zweimal schnorcheln. Dazwischen gab es drei Mahlzeiten, ein paar Snacks und jeweils um 18.30 Uhr das Briefing für den nächsten Tag.

Hier sind meine Highlights:

Tag 1: Erstes Kennenlernen der Seelöwen am Strand. Sie haben uns die ganze Woche begleitet. Am Nachmittag haben wir nistende Albatrosse auf Española gesehen. Sie nisten nur auf dieser Insel tief im Süden.

Nasca Boobies auf Española

Tag 2: Beim Schnorcheln neben der Isla Lobos (Insel der Seelöwen) haben wir nicht nur Meerschildkröten und viele Fische gesehen. Ein Seelöwe hat mit uns gespielt und ist mit uns getaucht. Es ist unglaublich wie zutraulich die Tiere sind, obwohl sie wild leben. Am Nachmittag waren wir auf St. Christobal an einem Ort, wo wir alle drei Boobie-Arten beim Nisten beobachtet haben. Die grössten Boobies sind die Nasca Boobies. Sie sind weiss-schwarz und haben einen gelben Schnabel. Dann gibt es die Blue Footed Boobies sowie die Red Footed Boobies, die sich unter anderem durch die Farbe der Füsse unterscheiden. Die Boobies sind hervorragende Flieger und fangen Fische, indem sie im Sturzflug ins Wasser eintauchen und sich dann unter Wasser die Beute schnappen.

Blue Footed Boobies und ihr Nachwuchs auf der Isla Lobos

Tag 3: Im Nieselregen sind wir auf Santa Fe gelandet (wet landing, also knietiefes Wasser beim aussteigen aus den Schlauchbooten). Am Strand haben sich mehrere Galapagos Falken aufgehalten und wir konnten sie aus der Nähe betrachten, was sehr selten ist. Sie sind weit oben in der Nahrungskette und fressen so ziemlich alles was kleiner ist als sie.

Ein Galapagos Falke am Strand

Tag 4: In der Nacht sind wir nach Genovesa gefahren, eine der nördlichsten Inseln der Galapagos. Sie befindet sich komplett nördlich des Äquators. Das Wasser ronn also wieder wie gewohnt den Abfluss runter und interessanterweise war das Meerwasser deutlich wärmer. Es ist einer der wenigen Orte, wo wir Hammerhaie sehen konnten – und sie auch gesehen haben. Sie waren in einer Tiefe von circa fünf Meter und man musste ein bisschen nach unten tauchen um sie zu erkennen. Der Wellengang war sehr stark und zwei von uns wurden während des Schnorchelns seekrank. Beim zweiten Landgang (dry landing, aber sehr schwierig auszusteigen aufgrund der Wellen) hat sich vor allem wegen der Short eared Owl gelohnt, eine Eule, die sich in Lavaritzen versteckt und die Möwen frisst, die dort nisten wollen.

Ein Red Footed Booby auf Genovesa. Es gibt braune und weisse Tiere, auf den Galapagos in einem Verhältnis von 9 (braun) zu 1 (weiss).

Die lange Fahrt von Genovesa zurück zu den anderen Inseln war geprägt von riesigen Wellen und einem schwankenden Schiff. Mehr als die Hälfte wurden seekrank und waren nach den Snacks und dem Champagner, der für die Äquatorüberquerung offeriert wurde, nicht mehr gesehen. Viele Tassen und einige Teller fielen von den Tischen und gingen zu Bruch, auch die Milchkanne hat‘s erwischt. Das Abendessen fiel aus, ich glaube um 19 Uhr waren alle anderweitig beschäftigt.

Tag 5: Alle waren froh, diese Überfahrt überlebt zu haben. Auch Christine kam langsam wieder zu Kräften. Am Morgen haben wir uns „fast frische“ Lava auf Santiago angeschaut. Sie ist 120 Jahre alt. Die karge Landschaft war wunderschön und war übersäht mit wunderbaren Mustern und Formen.

§Am Nachmittag haben wir bei Bartholomew geschnorchelt und haben das erste Mal Galapagos Pinguine gesehen. Sie sind unter uns getaucht und es war wunderschön, sie unter Wasser „fliegen“ zu sehen. Ganz nah beim Strand kam ausserdem ein Seelöwe zu uns, der mit uns gespielt hat. Er hat uns angetaucht, direkt vor unserer Nase eine Luftblase ausgestossen und ist dann direkt abgedreht. Wir haben unglaublich viel gelacht.

Tag 6: Auf der Insel Chinese Hat, die tatsächlich wie ein chinesischer Hut aussieht, gab es eine Gruppe von ganz jungen Seelöwen die sehr neugierig waren und Christine von nahem sehen wollten. Die Regel „zwei Meter Abstand“ gilt nur, wenn man sich als Mensch dem Tier annähert. Wenn die Tiere kommen dann darf man bleiben. Und so hat Christine den kleinen Seelöwen aus nächster Nähe beobachten können – ein ganz spezielles Erlebnis.

Die Insel Chinese Hat

Tag 7: Das Highlight des Tages für Christine war ganz klar nicht mehr auf dem Boot zu sein. Wir haben uns auf dem Morgen auf den Weg zur Isla Isabela gemacht, wo wir die letzten vier Tage auf den Galapagos verbringen.

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